Die Gefahrensucherin.

Wie ich einmal den Trump-Alltagstest gemacht habe.

Freitag, 04. November 2016

„Ich kratze immer den Belag von der Pizza und esse nie den Teig.“ Ich glaube, Donald Trump ist nicht klar, dass er dann gar keine Pizza isst, sondern maximal Raclette. Der amerikanische Präsidentschaftskandidat mit dem orangenen Strahle-Teint hat eben seine ganz eigene Art von Logik und es ist erstaunlich, wie weit er es damit gebracht hat. Zumindest das muss man ihm lassen. Kann man auch ohne die Millionen auf dem Konto mit solchen Sprüchen durch den Alltag kommen? Ich habe das mal in Gedanken durchgespielt.

Mein Trump-Zitate-Tag beginnt mit einem Blick in den Spiegel. Leider passt "Meine Finger sind lang und schön, wie auch andere Teile meines Körpers" nicht so ganz als Beschreibung meines Bodys, aber mit der Donald-Aussage "Es spielt wirklich keine Rolle, was die Medien schreiben, solange du einen jungen und schönen Hintern hast." kann ich mich durchaus anfreunden. Selbstbewusstsein ist ja nun eindeutig ein MUSS, wenn man einen Tag als Trump-Double verbringen will. An der Bahnstation verkürze ich mir die Wartezeit mit einem lockeren Plausch. Die ältere Dame neben mir mit dem Hackenporsche scheint gelangweilt. Zeit für ein paar bunte Gedanken eines stinkreichen Unternehmers: „Ich glaube, ich würde mich sehr gut mit Wladimir Putin verstehen. Glaub' ich einfach.“ Das kleine faltige Gesicht schaut verdutzt. Damit lasse ich sie mal sitzen. Kein Bock auf Neid und meine Bahn kommt.

>>Wie ich einmal erfuhr, dass meine Angst vor Clowns einen Namen hat

Nachdem ich meine Föhnwelle vom nervigen Wind beim Einfahren des Zugs wieder in Form gelegt habe, muss ich dem Lokführer nochmal die Leviten lesen. Was ich da so aussteigen sehe, geht ja gar nicht: „Sie schicken Leute mit vielen Problemen und die bringen diese Probleme zu uns. Sie bringen Drogen. Sie bringen Verbrechen. Sie sind Vergewaltiger... Und manche, nehme ich an, sind gute Menschen." Mexiko oder Hamburger Hauptbahnhof – im Trump-Land doch alles das Gleiche. Ups, jetzt hab ich beim Einsteigen den großen behaarten Muskelmann angerempelt. Obwohl... Ich guck hoch und werde von dem Drei-Meter-Berg bitterböse angeguckt und ernte ein: „Ey, hast Du ein Problem oder was?“ Mein persönlicher Instinkt würde sich für ein „Sorry“ und Flucht entscheiden, aber heute ist ja meine innere Trump-Stimme dran und die wird laut: „Ich glaube, sich zu entschuldigen ist eine großartige Sache, aber du musst etwas falsch gemacht haben. Ich werde mich ganz klar entschuldigen, irgendwann in einer hoffentlich weit entfernten Zukunft. Wenn ich jemals etwas falsch gemacht habe.“

>>Alles aus Majas Blog "Das hab' ich so nicht bestellt"

Das hab' ich so nicht bestellt, dass ich für den Praxistest erstmal ein Security-Team anheuern muss. Zumindest, wenn ich es bis zur Endhaltestelle schaffen will. Aber bestimmt ein klasse Präsident. Genau so einen braucht man....NICHT.

Darauf einen: Trump trinkt weder Kaffee noch Tee oder Alkohol und auf stilles Wasser hab' ich jetzt keinen Bock. Spätestens hier muss das Projekt also enden.

Kommentare