Kino zum Anfassen.

Wie ich einmal mit meinen Milf-Girls „Bad Moms“ geguckt hab'.

Freitag, 14. Oktober 2016

„Wer fährt? Kann ich trinken?“ Das sind die ersten Fragen, die in meinen Mädels-Runden geklärt werden. Zumindest wenn ich mit den Müttern unterwegs bin, die immer gerne ihren „Freigang“ feiern. Das machen die Drei nicht nur, indem sie sich mit gerade mal zwei Gläsern Wein betrinken (Pegel verlernt), sondern auch, indem sie sich endlich mal wieder stylen, und zwar so, wie es eben nicht geht, wenn Du vorm Kleiderschrank überlegen musst: „Hmm, womit sehen Dreck- und Schokoladenflecken nicht ganz beschissen aus?“ Heißt: Meine Freundinnen kommen zu unseren „Erwachsenen-Treffen“ generell immer alle in weiß-beige. Es fällt ihnen nicht mal auf. Und ich, die Einzige, die keinen Kindern hinterherrennen muss, sondern schön Zeit hat, sich immer mal einen Burger und einen Schokoriegel reinzuschieben, kommt in: schwarz. Zusammen sind wir ein Dominostein. Was ich am meisten an diesen Ladys schätze, ist, dass sie eben nicht die ganze Zeit behaupten, dass ja alles an ihren Kindern „Soooo süß“ ist und sie als Familie „total eingespielt" sind, sondern sagen, was wirklich Phase ist. Vor allem, wenn sie von der Kino-Leinwand die Stichwörter bekommen, im Film „Bad Moms“, der Film der Hangover-Macher über das echte Leben mit kleinen Menschen.

>>Wie ich einmal in eine Nuttensause in der Dorf-Disco geraten bin

Wir sitzen auf unseren roten Sesseln und überlabern die laufende Werbung. Links neben mir freut sich Julia (sie wollte übrigens, dass ich sie hier „die Schlange“ nenne) darüber, dass sie endlich mal eine Naschitüte nur für sich packen durfte „Ich hab' sie bis zum Rand voll gemacht und nachgestopft“ und rechts neben mir sind Mirjas Zweifel an unserem Jumbo-Becher Popcorn verflogen: „In fünf Minuten sehen wir den Boden.“ Unsere dritte Muddi hat mit einer Sprachnachricht und vielen Schimpfwörtern abgesagt. Kind ist krank. Zwei von drei Müttern wie abgemacht im Kino – mega Quote!

>>Wie ich einmal am Buffet die perfekte Diät gefunden hab'.

Auf der Leinwand laufen jetzt die Bad Moms Mila Kunis und Co. zur Hochform auf. Und die neben mir machen dasselbe. Der Chef im Film hat keine Ahnung, dass sie in Halbzeit arbeitet. Dazu von links: „Meiner hat mich gestern gefragt, wie eigentlich genau meine Arbeitszeiten sind. Nach drei Jahren.“ Und von rechts bestätigt: „Mich hat er gefragt, warum ich denn schon gehe. Da hatte ich schon zwei Überstunden gemacht.“ Ich esse weiter Popcorn. Eine der schlechteren Mütter im Fernsehen fotografiert mit dem Handy gerade ihre Brüste, da ruft es von links: „Ha, Moni hat mir ihre frisch operierten auch direkt geschickt. Das Stillen siehst Du denen jetzt gar nicht mehr an.“ Elternabende scheinen ja doch ganz lustig zu sein.

>>Wie ich einmal die VIP Pelz-Armee auf Sylt entdeckte

Nach lauten Lachanfällen sämtlicher bekannter Situationen: „Mein Mann staunt auch immer, wie viele Sachen ich auf einmal tragen kann, ohne mir einfach mal was abzunehmen.“ kommt mein absoluter Highlight-Moment mit meiner Freundin und Zweifach-Mutter Julia. In einer Szene im Film gesteht eine der Mütter, Krankenhaus-Fantasien zu haben, und meine Freundin schlägt ihre Hände vors Gesicht und lacht so laut, dass sich das ganze Kino umdreht: „Das hab' ich auch, aber ich will wirklich nur ein bisschen angeditscht sein, nix mit Blut oder so. Und dann schön zwei Wochen im Krankenhaus die Füße hoch legen und gepflegt werden. Naja, vielleicht nächstes Jahr.“ Und greift in IHRE Naschitüte. Das Geschenk für ihren nächsten Geburtstag ist damit schon mal geklärt.

Das hab' ich so nicht bestellt, dass ich mich nach einem Kino-Besuch mal so geil unabhängig fühlen würde. Keine Kinder, man, ich bin mindestens so frei wie der verdammte Crocodile Dundee.

Darauf einen: Jumbo-Becher Caipi bitte. Und ich bin danach nicht mal beschwippst – whoop whoop!

Neue Dosis von Majas Blog: "Das hab' ich so nicht bestellt" gibt es jeden Freitag neu und hier hübsch gebündelt.

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